02.11.2009

R wie Remscheid

Den Buchstaben R sicherte ich mir Ende Oktober 2009 beim Röntgenlauf in Remscheid.
Remscheid ist eine kreisfreie Stadt im Bergischen Land in direkter Nachbarschaft zu Wuppertal und Solingen. Ungefähr 112.000 Einwohner leben hier.

Der sicher berühmteste Sohn der Stadt ist Wilhelm Conrad Röntgen, der Physiker und Nobelpreisträger, der die nach ihm benannten Strahlen entdeckte.
Nach ihm wurden nicht nur der Röntgenweg - ein Wanderweg um die Stadt Remscheid herum -, ein Gymnasium und ein Stadion benannt, sondern auch die jährlich stattfindende Laufveranstaltung, die zum Großteil auf dem Röntgenweg verläuft.



Zu Beginn des Rennens über die Distanzen ab Halbmarathon wurde im Rahmen einer 5-Kilometer-Schleife die historische Altstadt von Remscheid-Lennep durchlaufen, die durch zahlreiche bergische Fachwerkhäuser mit verschieferten Fassaden und grünen Fensterläden beeindruckt. Ein schönes Ambiente, das ich mich sicher noch einmal näher ansehen werde.


116 denkmalgeschützte Häuser befinden sich hier, darunter auch das Geburtshaus von W. C. Röntgen. Ihm zu Ehren wurde, wenige Schritte von seinem Geburtshaus entfernt, das Deutsche Röntgen-Museum eingerichtet, das an sein Leben und seine Entdeckungen erinnert.


Die Laufstrecke führte anschließend über ländliches Gebiet und durch Wälder. Ich konnte deutlich spüren, dass das Bergische Land auch ein bergiges Land ist.






















Auch an Wasserhämmern als Zeitzeugen einer im 19. Jahrhundert einsetzenden Industrialisierung kam ich vorbei.
Noch heute sind Maschinenbau und Werkzeugproduktion die Hauptindustriezweige der Stadt.

Ungefähr bei Kilometer 30 erreichte ich an der Grenze der beiden Städte Solingen und Remscheid die Müngstener Brücke, Deutschlands höchste Stahl-Eisenbahnbrücke.
Mit 465 Metern Länge und 107 Metern Höhe bot sie einen beeindruckenden Anblick.



















Nach weiteren 12 Kilometern herbstlich gefärbtem Auf und Ab war der Lauf dann für mich zu Ende.


Weiterführende Links:
Homepage der Stadt Remscheid
Homepage des Röntgenlaufes
Bericht zum Lauf



[Fotos: z. T. (c) Wolfgang Bernath]

06.10.2009

"Local Guides"

Da ich vereinzelt Angebote für gemeinsame Läufe erhalten habe möchte ich dies gerne aufgreifen und die Idee der „Local Guides“ in das Projekt einbinden.

Wenn du

* in NRW wohnst
* Läufer oder Läuferin bist
* dich da, wo du wohnst, gut auskennst und es da einigermaßen interessant ist
* mir dies zeigen möchtest
* mir dabei vielleicht noch ein paar Hintergründe über deine (Wahl-)Heimat erzählen kannst

dann würde ich mich freuen, wenn du dich per Mail (nrw at anpa punkt de) oder über die Kommentarfunktion zu diesem Beitrag als „Local Guide“ bei mir meldest.

Wir schauen dann mal ob und wann wir einen Termin für einen gemeinsamen Lauf finden.
Alter, Geschlecht und Lauferfahrung sind mir egal. Das Lauftempo auch – so lange es nicht zu schnell für mich ist. ;-)
Und die Streckenlänge kann man dann ja kurzfristig miteinander abstimmen. Als Orientierung dachte ich an 10 – 20 km; Abweichungen nach oben und unten sind aber möglich.



PS: Ein paar Worte noch zu zum Begriff „Local Guide“:
Grundsätzlich bin ich ja dafür, deutsche Worte zu benutzen, wo sie Sinn machen. Allerdings habe ich für „Local Guide“ keine passende deutsche Entsprechung gefunden. Begriffe mit „Führer“ möchte ich gerne vermeiden, „Ortskundiger“ trifft es nicht ganz und „ortskundiger Laufbegleiter“ ist ein wenig zu sperrig. Für alternative Vorschläge bin ich aber dankbar.

15.09.2009

O wie Oberhausen

Lauf Nummer 3 der A-Z – Serie führte mich am 12.09. mitten hinein in den „Pott“ und brachte erlebbare Berührungen mit einem früheren Zechengelände und dem Strukturwandel im Ruhrgebiet.
Anlass für den Laufausflug war der Kultur-Run in Oberhausen, ein Benefizlauf zur Finanzierung gelber Heliumballone, die im Mai 2010, wenn das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas ist, weithin sichtbar alte Schachzechenstandorte markieren sollen.

Die kreisfreie Stadt Oberhausen hat ungefähr 217.000 Einwohner und dürfte insbesondere wegen einiger Attraktionen in der sogenannten „Neuen Mitte“ auch über das Ruhrgebiet hinaus bekannt sein. Hier ist auf einem ehemaligen Industriegelände des Thyssen-Konzerns ein großes Freizeit- und Einkaufsareal entstanden.
Aufgrund seiner Höhe von 117 Metern weithin sichtbar ist der Gasometer zwischen Rhein-Herne-Kanal und dem Einkaufs- und Erlebniszentrum CentrO.
Der 1929 erbaute ehemalige Kokereigasspeicher dient heute als Industriedenkmal, Ausstellungshalle, Aussichtsturm und Wahrzeichen gleichzeitig.
Im Einkaufszentrum selbst gibt es über 200 Geschäfte auf 2 Etagen, die nicht nur Kaufwillige aus dem umgebenden Ruhrgebiet, sondern auch aus den Niederlanden locken.
Im näheren Umfeld zählen dann zum Beispiel noch ein Theater, ein Freizeitpark und ein Stadion zu den Attraktionen. Strukturwandel als Großprojekt.

Nicht weit davon entfernt und ebenfalls auf früherem Industrieareal fand der 24-Stunden-Lauf für die Aktion SchachtZeichen statt, nämlich auf dem Gebiet der ehemaligen Zeche Oberhausen [Lageplan von 1928].
Das Zechengelände, auf dem es früher auch mal ein Schaubergwerk und ein Untertagekino [Foto] gab, dient nun als Gewerbegebiet, liegt teilweise noch brach und ist Standpunkt der Route Industriekultur.
1961 wurden die Fördergerüste demontiert und bis 1963 wurden die anderen Gebäude nach und nach Opfer der Spitzhacke.
Neben dem Namen einer Bushaltestelle erinnern jetzt nur noch das alte Pförtnerhaus und zwei Hallen an dieses traditionsreiche Bergwerk.

Im ehemaligen Pförtnerhaus [Foto um 1965] befindet sich jetzt das Hostel „In Hostel Veritas“, das für relativ wenig Geld Schlafgelegenheiten bietet und Dreh- und Angelpunkt des Kultur-Runs war.
Mit Glasvorbau und netter Atmosphäre ist dies sicherlich auch ein gelungener kleiner Teil des Strukturwandels im Ruhrgebiet.


Eine der Hallen wird jetzt als Veranstaltungshalle genutzt. Und die andere – nehme ich mal an – ist die, in der jetzt Tanks gelagert werden und die im Rahmen des Kultur-Runs auch durchlaufen wurde.


So wehte auf der 2-Kilometer-Runde, die ich 7 Mal unter die Füße nahm, immer auch ein Hauch Industriegeschichte über die Strecke.


Weiterführende Links:
Bericht zum Lauf
Homepage der Stadt Oberhausen
Infos zur Zeche Oberhausen
Aktion Schachtzeichen